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Schulweg

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Schulweg

Erfahrungen sammeln auf dem Schulweg:
Für Kinder ist der Weg zur Schule ein besonderes Erlebnis. Sie machen dabei wichtige soziale Erfahrungen. Daher sollten sie – je nach Alter und Entwicklungsstand – diesen Weg möglichst selbstständig zu Fuss, mit fahrzeugähnlichen Geräten (z.B. Tretroller oder Inlineskates) oder mit dem Velo zurücklegen.

Das Verkehrsmittel erster Wahl
Das Velo bietet besondere Vorteile: Der Schulweg lässt sich häufig schneller, bequemer, unabhängig und mit Freunden zurücklegen. Die tägliche Bewegung an der frischen Luft stärkt die Abwehrkräfte und beugt Übergewicht vor, verbessert die motorischen Fähigkeiten und erhöht die Konzentration der Schülerinnen und Schüler im Unterricht. Zudem verleiht das Velofahren den Kindern eine höhere Selbstständigkeit und macht vor allem Spass. Kein Wunder, würde eine Mehrheit der Kinder am liebsten mit dem Velo zur Schule fahren.  (Kanton Zürich, Koordinationsstelle Veloverkehr (2014): Förderung des Velofahrens im Schulverkehr. Schlussbericht)

Die Realität sieht jedoch anders aus. In der Schweiz hat sich der Veloanteil bei Kindern und Jugendlichen für Fahrten zur Schule seit 1994 nahezu halbiert. Daher scheinen sich v.a. andere Faktoren als die Motivation von Kindern und Jugendlichen für diese Entwicklung verantwortlich zu zeichnen: mangelnde Infrastruktur für Velos auf dem Schulweg, einschränkende Regelungen an Schulen, fehlende Velo-Mobilitätskultur in den Familien oder eine negative Einschätzung der Eltern in Bezug auf die Verkehrssicherheit, um einige zu nennen.

Ebenso spielt das gestiegene und gut ausgebaute Angebot beim öffentlichen Verkehr eine wichtige Rolle. Viele Kinder verfügen über ein Abonnement, welches sie sowohl in der Freizeit wie auch für den Weg zur Schule nutzen. Das Erscheinen des Smartphones Mitte der Nullerjahre dürfte das Umsteigen auf Tram, Bus und Bahn zusätzlich begünstigt haben. Gravierend ist die beobachtete Zunahme sogenannter Elterntaxis: Kinder werden häufiger mit dem Auto zu Schule gefahren.

Das Velo als Teil der Mobilitätskultur
Nicht zuletzt schränken viele Schulen in der Unter- und Mittelstufe das Velofahren zur Schule ein. Dies hat auf die Velonutzung verheerende Auswirkungen, wie Untersuchungen zeigen. Umgekehrt hat sich gezeigt, dass vor allem dort mehr Velo gefahren wird, wo Schulen das Velofahren fördern und das Fahrrad Teil der Mobilitätskultur in der Familie und an der Schule ist.

Um das Velo (wieder) an die Schule zu bringen ist es wichtig, dass alle Betroffenen – Gemeinden, Schulen, Eltern – am selben Strick ziehen und zusammenarbeiten. Ein gutes Zusammenspiel der verschiedenen Akteure hilft, dass mehr Kinder und Jugendliche häufiger mit dem Velo unterwegs sind.

Mehr Informationen…

Rechtliche Grundlagen

Der Schulweg fällt grundsätzlich in die Kompetenz und Verantwortung der Eltern. Sie dürfen darüber entscheiden, wie ihre Kinder zur Schule gelangen.

In der Schweiz dürfen Kinder gemäss Gesetz ab 6 Jahren auf der Strasse Velofahren. Art 19 SVG

Kinder im Vorschulalter dürfen mit Kindervelos unterwegs sein, und zwar auf den für die Fussgänger bestimmten Verkehrsflächen (z.B. Trottoirs oder Fusswege). Auch auf Velowegen, in Tempo-30- und Begegnungszonen sowie auf Nebenstrassen dürfen sie fahren. Hauptstrassen dürfen Kinder unter 6 Jahren nur in Begleitung einer mindestens 16 Jahre alten Person befahren. 

Für die Verkehrsinfrastruktur (z.B. Velowege, verkehrsberuhigende Massnahme etc.) sind in der Regel die Gemeinden, teilweise auch die Kantone zuständig.

Schulen dürfen Regelungen über die Nutzung des Velos auf dem Schulhausareal in eigener Kompetenz erlassen (Befahrung des Platzes, Abstellen der Velos etc.).

Unsere Empfehlung

Das richtige Alter

Obschon Kinder ab 6 Jahren bereits auf Hauptstrassen fahren dürfen, sind Erst- bis Drittklässler, und manchmal auch darüber hinaus, in mancher Beziehung noch nicht vollumfänglich bereit, mit dem Velo im Strassenverkehr zu fahren. Daher empfehlen verschiedene Experten und Verbände, Kinder erst mit dem Velo auf den Schulweg zu schicken, wenn sie die nötigen Fähigkeiten und Kompetenzen erlangt haben. (Siehe: Pylonis für Eltern)

 

Fähigkeiten und Kompetenzen für das sichere Velofahren im Strassenverkehr

Das A und O für sicheres Velofahren ist das Üben – zuerst in geschützten Räumen wie Innenhöfen, verkehrsfreien Strassen oder Schulhausplätzen, auf denen das Fahren, Abbiegen, Bremsen und die Geschicklichkeit trainiert werden können. Es kann zum Beispiel mit wenigen und einfachen Hilfsmitteln wie Kreide und Petflaschen ein kleiner Veloparcours zum Üben erstellt werden.

Sicheres Velofahren im Strassenverkehr setzt viele Fähigkeiten voraus: Kinder müssen ihr Gleichge-wicht halten, vorausschauend denken und situationsgerecht und wirkungsvoll bremsen können. Beim Abbiegen müssen sie über die Schulter nach hinten blicken und die Hand ausstrecken können, ohne zu schlenkern. Zudem müssen sie sich korrekt und problemlos in den Verkehr einfügen können (z. B. Linksabbiegen, Kreisverkehr).

Haben sich die Kinder diese Fähigkeiten und Kompetenzen angeeignet, dann können sie in Begleitung der Eltern oder von Betreuungspersonen das Fahren zuerst auf wenig befahrenen Quartierstrassen und schliesslich im zunehmend komplexeren Strassenverkehr üben.

Für eine sichere Strassenverkehrsteilnahme brauchen Kinder aber auch ein Velo in der passenden Grösse. Das heisst, sie sollten die Pedale sitzend treten und die Bremsen gut greifen und wirkungsvoll ziehen können. (Siehe: Checkliste sicheres Velofahren)

Die Velofahrkurse von Pro Velo Schweiz bieten eine gute Gelegenheit, unter der Anleitung von ausgebildeten Personen, das Velofahren zu üben. 

 

Schulweg einüben

Bevor sich Kinder alleine mit dem Velo auf den Schulweg machen, empfiehlt es sich, ihn mit den Kindern gemeinsam einzuüben. Am besten begleiten Eltern anfänglich ihre Kinder mit dem Velo. Dabei erhalten sie die Möglichkeit, ihnen den optimalen Weg zu zeigen und sie auf mögliche Gefahren und heikle Stellen zu sensibilisieren.

 

Velo-Fahrgruppen bilden

In Gruppen zu fahren erhöht die Sicherheit im Verkehr. Kinder können mit anderen Kindern Fahrgemeinschaften bilden. Eine solche Fahrgruppe kann bei Bedarf auch von einer erwachsenen Person begleitet werden. 

 

Einbezug der Elternschaft

Die Elternschaft gehört zu den wichtigsten Partnern bei der Frage, ob Kinder mit dem Velo zur Schule fahren. Sie haben die Verantwortung für die Sicherheit ihrer Kinder auf dem Schulweg. Es ist daher essentiell, die Eltern bei der Thematisierung der Velomobilität an Schulen einzubinden. Indem zum Beispiel das Thema Velo an Elterngesprächen aufgenommen wird, über den Schulmobilitätsplan diskutiert, sichere Zufahrtswege zur Schule aufgezeigt, vorhandene Infrastruktur für Velos auf dem Schulhausareal vorgestellt oder auch Informationsmaterial zugänglich gemacht wird.

 

Sicheres Velowegnetz zur Schule

Essentiell für die Velonutzung bei Schülerinnen und Schülern ist eine für Kinder geeignete Verkehrsinfrastruktur. Ein lückenloses Netz an für Kinder sicheren Velorouten und Velowegen ist dabei ideal. Geeignete Routen sollten zudem gut sichtbar markiert und beschildert sein. Eine Analyse der Zubringerrouten und möglicher Gefahrenpunkte in der Umgebung von Schulen durch Fachpersonen aus Schulen, Behörden, Polizeien sowie durch Umfragen bei Schülerinnen und Schülern ist ein erster wichtiger Schritt, um sichere Zugänge zur Schule zu ermöglichen und geeignete Massnahmen abzuleiten.

 

Verkehrstempo drosseln

In der Umgebung von Schulhäusern ist das Thema Verkehrssicherheit besonders wichtig. Eine effektive Massnahme zu diesem Zweck ist das Einrichten von Tempo-30- oder von Begegnungszonen. Temporeduktion und der Vortritt für Zufussgehende auf der ganzen Verkehrsfläche in Begegnunszonen erhöhen die Verkehrssicherheit.
(Best practice-Beispiele)

 

Parkplätze und «Drop off-Zonen» verlegen

Der Zugang zu Schularealen kann sicherer gestaltet werden, indem Autoparkplätze und sogenannte «Drop off-Zonen» aus der unmittelbaren Schulhausumgebung verlegt werden. Drop off-Zonen sind markierte Stellen, die eigens dem Ein- und Ausladen von Schulkindern dienen.

Durch die wachsende Zahl sogenannter «Elterntaxis» nimmt der Automobilverkehr rund um Schulhäuser zu. Häufig wollen zu viele Eltern auf zu knappem Raum zu viele Kinder mit dem Auto abliefern. Dies führt zu unübersichtlichen Verkehrssituationen zu einem Zeitpunkt, bei welchem sehr viele Kinder unterwegs sind. Empfohlen wird daher, Parkplätzen und Drop off-Zonen zu verlegen. Der Abstand zu Schulhäusern sollte mindestens 250 Meter betragen.

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